Ein Stern lockt nach Westen
Endlich ein neuer Witemeyer - dachte ich, doch am Ende war ich leider nicht so ganz überzeugt.
Der Schreibstil war aber gewohnt klasse. Die Kunst, biblische Geschichten mit Humor zu würzen und einzubinden, hat diese Autorin perfektioniert, und das mag ich sehr an ihren Romanen.
Dabei ist alles lebhaft und anschaulich beschrieben, weshalb man nur so durch die Seiten fliegt.
Bei dem Cover - eine Frau im festlichen Kleid, ein goldener Stern und ein Weihnachtsbaum im Hintergrund - habe ich allerdings mit einer weihnachtlichen Geschichte gerechnet. Also einer Geschichte, in der der Zauber von Weihnachten deutlich herüberkommt und dieses Fest nicht nur die Rahmenhandlung bietet.
Weihnachten spielt hier keine große Rolle, sondern beschränkt sich auf das Krippenspiel, das Stella für den Weihnachtsgottesdienst mitgestaltet hat.
Stella selbst und auch der Professor Frank sind zwei sympathische Leute, die ich gerne mochte. Schade war nur, dass sie sich selbst jeweils nicht ganz so attraktiv fanden, das auch mehrmals äußerten und deshalb fast schon erstaunt waren, dass der andere eine Anziehung verspürte. Dieses Erstaunen war richtig süß und es war schön zu sehen, wie sie sich gegenseitig bewunderten und die Luft zum Knistern brachten. Mir hat gefallen, wie Karen Witemeyer diese zarte Annäherung beschrieben hat, und es war für mich der beste Teil in dieser Geschichte. Es war so natürlich und zart.
Im weiteren Verlauf der Geschichte gab es noch interessante Geschehnisse, welche spannend und packend beschrieben waren. Es ging dabei um Liebe für Menschen am Rande der Gesellschaft. Güte und Hilfsbereitschaft.
Auch diesen Teil der Geschichte mochte ich, doch er passte für mich nicht zum Rest.
Ich kann es kaum benennen, doch es wirkte auf mich wie zwei Geschichten, die man miteinander verbunden hat, denen es aber gut getan hätte, einzeln erzählt zu werden. So fühlte es sich für mich nicht ganz rund an.
Nichtsdestotrotz habe ich dieses Buch zügig und schnell gelesen und auch mehrmals lächeln müssen. Die Charaktere, allen voran die drei Professoren, waren erfrischend und originell.
"Ein Stern lockt nach Westen" ist eine interessante Geschichte und auch wenn sie mich nicht völlig überzeugt hat, bin ich froh, sie gelesen zu haben.
Für einen "Witemeyer-Fan" ist dieses Buch trotz meiner Kritikpunkte ein Muss.