Ein Gott, der mich nie im Stich lässt
Mary DeMuth stellt in diesem Buch elf Frauen in zehn Kapiteln vor. Dabei beginnt sie damit, die Geschichte in Romanform zu erzählen, und füllt dabei die Lücken auch mit fiktiven Gedanken. Weiter geht es dann mit dem überlieferten Bibeltext, bzw. einem Abschnitt, in dem sie sich nur auf den Teil der Geschichte konzentriert, der auch in der Bibel zu finden ist. In diesem Teil findet man auch viele Bibeltexte, die kursiv gedruckt sind. Zusätzlich gibt es auch noch weitere Bibelstellen, auf die Bezug genommen wird und deren Bibelstelle genannt wird. Ich fand es hilfreich, denn ja - ich habe manches nachgeschlagen. Manchmal konnte ich kaum glauben, dass es genauso in der Bibel geschrieben ist, aber doch - das war es.
Im dritten Abschnitt eines jeden Kapitels wird der Text auf das persönliche Leben angewandt. Dort gab es viel Lehrreiches und Wissenswertes und ich habe den Text regelrecht aufgesogen.
Beendet wird jedes Kapitel dann mit zwei kurzen Blöcken, in denen zum einen, bezugnehmend auf das Gelesene, ermutigende Worte ausgesprochen werden und zum anderen zum Nachdenken angeregt wird.
Gerade der letzte Punkt bietet dadurch die Möglichkeit, in Hauskreisen, Gruppen und Bibelabenden ins Gespräch zu kommen und die jeweiligen Themen zu vertiefen.
Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits ist die, manchmal doch sehr freie Interpretation des Bibeltextes im ersten Teil der Kapitel. Eine romanhafte Schilderung der Geschehnisse schenkt jedes Mal einen intensiveren und tieferen Blick und macht die Menschen der Bibel lebendig, und doch war es mir bei einigen etwas zu viel.
Als Beispiel: Tamar soll gewusst haben, dass die Zukunft des Volkes von Juda abhängt, und sie habe sich dran gefreut, dass sie diese Zukunft in Form ihrer Kinder gerettet hat. Meiner Meinung nach wird da zu viel in Tamar hineingelegt, denn der Segen über Juda kam erst später und ja, dazu hat Gott auch Tamar gebraucht. Doch hat sie das wirklich gewusst? Oder hat sie schlicht um ihr Überleben und ihre Rechte gekämpft?
Trotzdem habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen, denn über jede Frau gab es Spannendes zu erfahren, Gedanken, die mir von allein nicht gekommen wären, und auch so manche Erläuterung, in der Bezug auf den Urtext genommen wurde. Für mich war es spannend und ich konnte manches markieren, unterstreichen, dazuschreiben und sogar in meine Bibel übertragen.
"Ein Gott, der mich nie im Stich lässt" spricht von Frauen, die übersehen wurden und die doch Geschichte geschrieben haben.
Es ist ein gutes Buch, das leicht zu lesen ist und doch ins Herz geht.
Für mich ist auch dieses Buch nach "Ein Gott, der mich sieht" erneut ein lesenswertes Buch und ich freue mich auf weitere Bücher dieser Autorin.