Die verheimlichte Großmutter

Was für eine spannende und bewegende Geschichte, eine Geschichte, die unter die Haut geht und so oder ähnlich sicherlich mehrmals zu finden ist.
Ich wurde beim Lesen erschüttert und habe teils fassungslos auf die Seiten des Buches geblickt. Es gibt und gab Geheimnisse der Vergangenheit, die selbst heute verschwiegen werden, Familiengeschichten, die nicht zur Sprache kommen und ihren Ursprung in der NS-Zeit haben.

Helene macht sich auf die Suche, um mehr über Therese zu erfahren, deren Leben aufzurollen, um dadurch Antworten zu finden, wobei sie Erschreckendes zu Tage bringt.

Durch das Lesen dieser Erzählung erfährt man viel über das alltägliche Leben der früheren Zeiten, und manches klingt in den heutigen Ohren sehr fremd. Spannend waren vor allem die Einblicke in die Tätigkeiten einer Dorfhebamme. Andere Berichte haben mich sehr schlucken lassen.

Der Schreibstil ist angenehm, die Erzählung eher unaufgeregt und still, doch sie lässt sich gut lesen. Mir war manches zu detailliert beschrieben, weshalb ich einige Absätze nur überflogen habe, anderes hätte wiederum genauer berichtet werden können, da fehlte mir etwas. Im Großen und Ganzen fand ich Thereses Leben wirklich interessant, wohingegen mich Helenes nicht so ganz fesseln konnte.

Doch Liebhaber alter Geschichten werden dieses Buch lieben. Hier taucht man ab in den Alltag längst verflossener Jahre mit all seinen Höhen und Tiefen, den tatkräftigen und mutigen Menschen, alten Regeln und Gebräuchen sowie vergessenen Traditionen.

"Die verheimlichte Großmutter" ist ein besonderes Werk und ich kann es von Herzen empfehlen.

Meine Bewertung
okay
Informationen zum Buch
Die verheimlichte Großmutter
Roswitha Gruber
Softcover
288
2026
Brunnen
Ein vergessenes Leben, ein verschwiegenes Schicksal - und eine Enkelin, die nach Jahrzehnten die Wahrheit ans Licht bringt. In Die verheimlichte Großmutter erzählt Bestsellerautorin Roswitha Gruber nach den Erinnerungen und Unterlagen von Helene Leitner die bewegende Geschichte der Hebamme Therese Mühlberger. Nach dem Tod ihres Großvaters stößt Helene auf ein Holzkreuz mit einem unbekannten Namen: Therese Mühlberger. Wer war diese Frau, die niemand in der Familie erwähnen will? Hartnäckig beginnt Helene zu forschen, entdeckt alte Briefe und Dokumente - und stößt schließlich auf ein erschütterndes Geheimnis, das bis in die NS-Zeit zurückreicht. Mit Feingefühl und großer Eindringlichkeit zeichnet Roswitha Gruber das Leben einer Frau nach, die Hoffnung und Leid, Liebe und Verlust vereinte. Ein erschütterndes Familienporträt, das vom Schweigen erzählt - und von der Kraft, die Wahrheit nicht ruhen zu lassen.