Die verheimlichte Großmutter
Was für eine spannende und bewegende Geschichte, eine Geschichte, die unter die Haut geht und so oder ähnlich sicherlich mehrmals zu finden ist.
Ich wurde beim Lesen erschüttert und habe teils fassungslos auf die Seiten des Buches geblickt. Es gibt und gab Geheimnisse der Vergangenheit, die selbst heute verschwiegen werden, Familiengeschichten, die nicht zur Sprache kommen und ihren Ursprung in der NS-Zeit haben.
Helene macht sich auf die Suche, um mehr über Therese zu erfahren, deren Leben aufzurollen, um dadurch Antworten zu finden, wobei sie Erschreckendes zu Tage bringt.
Durch das Lesen dieser Erzählung erfährt man viel über das alltägliche Leben der früheren Zeiten, und manches klingt in den heutigen Ohren sehr fremd. Spannend waren vor allem die Einblicke in die Tätigkeiten einer Dorfhebamme. Andere Berichte haben mich sehr schlucken lassen.
Der Schreibstil ist angenehm, die Erzählung eher unaufgeregt und still, doch sie lässt sich gut lesen. Mir war manches zu detailliert beschrieben, weshalb ich einige Absätze nur überflogen habe, anderes hätte wiederum genauer berichtet werden können, da fehlte mir etwas. Im Großen und Ganzen fand ich Thereses Leben wirklich interessant, wohingegen mich Helenes nicht so ganz fesseln konnte.
Doch Liebhaber alter Geschichten werden dieses Buch lieben. Hier taucht man ab in den Alltag längst verflossener Jahre mit all seinen Höhen und Tiefen, den tatkräftigen und mutigen Menschen, alten Regeln und Gebräuchen sowie vergessenen Traditionen.
"Die verheimlichte Großmutter" ist ein besonderes Werk und ich kann es von Herzen empfehlen.