Die unscheinbare Miss Cecilia

Ein neuer Regency-Roman von Carolyn Miller - und für mich stand sofort fest: Den möchte ich lesen. 🤍

Der Einstieg fiel mir leicht und ich bin schnell in die Geschichte hineingekommen. Das Buch ließ sich angenehm lesen und auch die verschiedenen Themen haben mir gut gefallen.
Es geht um Vergebung - um Vergebung im zwischenmenschlichen Bereich, aber auch um die Vergebung durch Gott. Außerdem werden Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gegenüber Sinti und Roma angesprochen. Ein wichtiges Thema, das man in christlichen Romanen meiner Meinung nach nicht ganz so oft findet.

Außerdem gab es eine süße Liebesgeschichte, die mir größtenteils viel Freude gemacht hat. Cecy und Ned waren mir grundsätzlich sympathisch und ihre Geschichte hat mir größtenteils viel Freude gemacht. Cecy fand ich im Verlauf der Geschichte allerdings auch das ein oder andere Mal etwas anstrengend. Trotzdem hat es mir gefallen zu sehen, wie aus dem „hässlichen Entlein“ nach und nach ein „stolzer Schwan“ wurde.

Ein großer Pluspunkt für mich war außerdem der Glaube, der einen wirklich wichtigen Teil der Geschichte einnimmt. Er zeigt sich in intensiven Gebeten und in Gesprächen über Gott, die ausführlich und tiefgehend sind. Gerade diese Momente haben der Geschichte für mich etwas Besonderes gegeben.

Besonders schön fand ich auch die Anspielungen auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Diese waren wunderbar in die Geschichte eingearbeitet und gleichzeitig etwas anders, als man auf den ersten Blick vielleicht denkt.

Trotzdem war die Geschichte für mich nicht ganz stimmig. Im ersten Teil nimmt der Kampf um die Verbesserung der Lebensumstände der Sinti und Roma viel Raum ein, während dieses Thema im zweiten Teil deutlich in den Hintergrund rückt und die Liebesgeschichte mehr Platz bekommt. Das fand ich etwas schade. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser Handlungsstrang intensiver weiterverfolgt worden wäre.

Nichtsdestotrotz war es eine angenehm zu lesende Geschichte, auch wenn sie für mich einige Längen hatte und ich zwischendurch kurze Abschnitte nur überflogen habe.

Und doch spricht das Buch auf schöne Weise über den Wert von Güte, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Vergebung.

Auch wenn die Geschichte nicht in allen Punkten ganz meinen Geschmack getroffen hat, habe ich „Die unscheinbare Miss Cecilia“ gerne gelesen und freue mich schon auf weitere Bücher von Carolyn Miller.

Meine Bewertung
okay
Informationen zum Buch
Die unscheinbare Miss Cecilia
Carolyn Miller
ebook
436
2026
Hänssler
London, Anfang des 19. Jahrhunderts. Als mittlere Tochter der Familie Hatherleigh ist Cecilia es gewohnt, übersehen zu werden. Still, pflichtbewusst und tief im Glauben verwurzelt, beobachtet sie das gesellschaftliche Treiben lieber aus dem Hintergrund – und hütet darin eine heimliche Liebe zu Edward „Ned“ Amherst, dem Nachbarn, der sie lange kaum wahrnimmt. Als ein dramatisches Ereignis Ned zu einem Neuanfang zwingt, fasst er den Entschluss, sesshaft zu werden und eine Ehe einzugehen. Cecilia schöpft neue Hoffnung – doch gleichzeitig muss sie sich fragen, ob Gott wirklich diesen Mann für sie vorgesehen hat oder ob ihr Weg sie lehrt, ihre Zukunft ganz in seine Hände zu legen. Zwischen gesellschaftlichen Vorurteilen, sozialen Unruhen und einem England im Wandel stehen Cecilia und Ned schließlich vor Entscheidungen, die mehr verlangen als Herzenswünsche. Können Liebe, Glaube und Mut sie zusammenführen – oder werden sich ihre Wege unwiderruflich trennen? Ein bewegender Regency-Roman über eine unterschätzte Heldin, die entdeckt, was es heißt, für Gerechtigkeit einzustehen und dem eigenen Herzen zu vertrauen.