Wo der Himmel uns berührt

Voller Freude habe ich auf den neuen Peterson gewartet und mich vor allem am wunderschönen Cover erfreut. Irgendwie habe ich mir darunter eine Siedler-Geschichte vorgestellt, dem ist aber nicht so. Eine schöne Überraschung war allerdings, dass auch in diesem Roman die Santa Fé-Eisenbahngesellschaft eine Rolle spielt. Genauso wie in "Eine Rose, die im Sand erblüht". Trotzdem sind beide Romane eigenständig und unabhängig voneinander zu lesen.

Im neuen Peterson geht es um intensive Themen wie Versöhnung, Vergebung, Aufarbeitung schmerzhafter Situationen, Neuanfänge und Hoffnung.
Außerdem geht es um Träume, realistische und zu hohe Erwartungen die nicht erfüllt werden können, und dem daraus resultierenden Schmerz.

Die Hauptpersonen sind sympathisch und angenehm beschrieben, was es leicht macht, sie zu mögen. Cassies Persönlichkeit ist für mich allerdings nicht stimmig. Sie war eine junge Geschäftsfrau, die selbstständig und selbstbewusst lebt, aber in anderen Bereichen völlig unselbstständig ist und mehrmals unvernünftig und gegen ihre Überzeugung handelt. Für mich waren das Gegensätze, die ich nicht zusammenbringen konnte.

Brandon fand ich angenehm, manchmal aber fast zu fürsorglich. Zudem hat auch er ein Päckchen zu tragen und muss Dinge ordnen. Doch auch hier fand ich die Hintergründe nicht ganz logisch. Dafür, dass sie lebensverändernd waren, waren sie mir zu gering.

Auch der Konflikt zwischen Cassie und ihrer Schwester Melissa war für mich unstimmig. Einerseits sehr heftig, um dann aber andererseits viel zu glatt abgewickelt zu werden. Mich hat das nicht glücklich gemacht. Trotzdem fand ich es sehr spannend zu sehen, welche Auswirkungen Enttäuschungen und Wut haben und was Arroganz, Hass und Lieblosigkeit samt Lügen anrichten können.

Gleichzeitig gab es aber vieles, was ich mochte. Vor allem die beschriebene Hilfsbereitschaft in der Gemeinschaft, und die Liebe, die dort ganz praktisch gelebt wurde, haben es mir angetan und eine Sehnsucht in mir geweckt. Außerdem nahm der Glaube einen hohen Stellenwert ein. Beide, sowohl Cassie als auch Brandon, orientieren sich sehr an Gottes Wort. Es war schön, das so in einem modernen Roman zu finden.

Insgesamt ist es ein eher ruhiger Roman mit kleinen Szenen voller Spannung, der sicher vielen Lesern gefallen wird, auch wenn mich die Geschichte trotz der vielen positiven Aspekte nicht ganz erreichen konnte.

Für mich ist "Wo der Himmel uns berührt" ein Buch, das gute Unterhaltung schenken kann und jedem, der mehr "Glaube" in einem Roman haben möchte, gut gefallen wird.

Meine Bewertung
okay
Informationen zum Buch
Wo der Himmel uns berührt
Tracie Peterson
Brigitte Hahn
Softcover
320
2026
Brunnen
Die Sterne über New Mexico funkeln 1916 heller als das Leben von Cassie Barton. Nach einem Unfall liegt ihre Zukunft als Schneiderin in Trümmern, und doch findet sie neue Kraft: Sie sammelt Geschichten - Stimmen von Männern, die ihr Leben der Santa Fé-Eisenbahngesellschaft gewidmet haben.In einer Stadt, die zwischen Hoffnung und Revolution schwankt, kreuzen sich Cassies Wege mit denen von Brandon DuBarko. Er ist ein aufrechter Mann, doch eine Schuld aus vorangehenden Jahren lastet schwer auf ihm.Gemeinsam geraten Cassie und Brandon in ein Netz aus Intrigen und Verrat. Nur wenn sie lernen, einander zu vertrauen und ihren Glauben neu zu leben, können sie den Schatten entkommen.Ein Roman, der nicht nur erzählt, sondern fühlen lässt: von Verlust und Neubeginn, von Geschichten, die uns verändern, und von einer Liebe, die den Himmel berührt.
Der Glaube hat einen großen Raum