Wo dein Blick mich findet
In diesem Buch macht man sich auf die Reise nach Schottland und lernt Lucy / Lucinda kennen, um sie dann durch einen Teil ihres Lebens mit all seinen Höhen und Tiefen zu begleiten. Näher kennenzulernen, sie lieb zu gewinnen und sie schütteln zu wollen.
Ihr seid etwas verwirrt? Ja, das war ich anfangs auch, und trotz des genauen Beachtens der Zeit- und Ortsangaben über den Kapiteln hatte ich Mühe, reinzukommen, Zusammenhänge zu verstehen, und mit der Geschichte warm zu werden, ja, ich fand den Anfang dadurch sogar etwas mühsam.
Trotzdem war ich neugierig, denn ich hatte Fragen und wollte Antworten, und je weiter ich las, desto mehr verstand ich. Nun konnte ich mich einfühlen und die Charaktere noch genauer kennenlernen und habe das Buch immer mehr gemocht. Ab da konnte ich nicht mehr schnell genug lesen und bin nur noch durch die Seiten geflogen. Habe mitgefiebert, mitgelitten und mich mitgefreut.
Auntie Mae habe ich dabei besonders ins Herz geschlossen und mochte ihre sanfte und liebevolle Art, ihr großes Herz und ihre Freundlichkeit.
An Lucy habe ich die aufopferungsbereite Liebe bewundert, und war berührt, als ich davon las. Außerdem mochte ich ihre innere Entwicklung, denn sie war bereit Schuld einzugestehen und sich zu ändern.
Gleichzeitig hat mich erschreckt, wie weit manche Menschen gehen, um ihren eigenen Willen durchzusetzen, und wie sie damit andere Menschen zutiefst verletzen.
Diese Geschichte bietet eine Menge, und neben einer zarten Liebesgeschichte - die wie aus einem Märchen war - ging es um "die Heime für gefallene Mädchen". Diese Thematik war mir unbekannt, weshalb ich sehr interessiert weitergelesen habe.
Der Schreibstil war angenehm und gut zu lesen. Das Thema, obwohl eher unschön, war doch in eine tolle Geschichte eingearbeitet, die aufzeigt, dass Gott auch in schweren Zeiten da ist, jeden Einzelnen sieht und das Beste im Sinn hat.
Ich mochte, dass bei einzelnen Charakteren eine starke Entwicklung zu sehen war, dass sie über sich hinauswuchsen und dann ändern konnten, nur über Lucinda hätte ich gerne noch mehr erfahren.
Der Glaube ist im ganzen Buch zu finden und fein mit der Geschichte verwoben, nimmt zum Ende hin aber einen größeren Raum ein und gibt dem Buch eine besondere Tiefe. Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass Hagar (aus dem 1. Buch Mose) und ihre Geschichte eine Rolle spielen, denn dieser Text hat so viel zu sagen.
Mir hat dieses Buch insgesamt also wirklich gut gefallen. Es geht um Mutterliebe, Vergebung, Zusammenhalt, Liebe, Hoffnung und einen Gott, der durch schwere Situationen trägt.