Die Hüterin der verlorenen Schätze
Sie ist da, die lose Fortsetzung von "Die Erbin des Bernsteinzimmers" und ich war sehr gespannt drauf.
Wie erwartet bin ich gut in die Geschichte gekommen und dabei der Sogwirkung des Buches erlegen.
Auf zwei Zeitebenen begleitet man zum einen Emilia und zum anderen Trixie. Emilia stößt auf das Geheimnis ihres Großvaters und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit.
Trixie lebt zur Zeit des Dritten Reiches und kämpft im Grunde gegen die Nazis.
Anders als erwartet hat mich in diesem Buch allerdings der zeitgenössische Teil mehr begeistert. Emilia war eine so liebenswerte Person. Ich konnte ihr Gefühlsdurcheinander gut nachvollziehen und fand es anschaulich und realistisch beschrieben. Außerdem waren die Dialoge mit Paul und Fynn teils so witzig und erfrischend, dass ich trotz aller Schwere sehr viel Spaß hatte.
Auch Trixie war mir sympathisch, allerdings konnte ich mich nicht ganz in sie hineindenken, weshalb sie und ihre Mädels mir etwas fremd blieben und mich bei aller Spannung – ja, ich musste auch mal das Buch zuklappen und nach Luft schnappen – dieser Teil der Geschichte nicht völlig erreichen konnte.
Allerdings hat dieses Buch eine Besonderheit, die ich so auch noch in keinem Buch gefunden habe. Die Autorin hat es meisterhaft verstanden, Sätze zu wiederholen, ohne dass sie wie eine Wiederholung wirken, obwohl sie natürlich eine Wiederholung waren. Es war perfekt und ich konnte das Ende eines Kapitels und den damit einhergehenden Anfang eines neuen Kapitels jedes Mal kaum erwarten. Es war wie ein Diamant, den es zu finden galt und der mich mächtig gefreut hat.
Dazu kam, dass im Buch – auf beiden Zeitebenen – einige bekannte Gesichter zu finden waren, was direkt ein vertrautes Gefühl in mir ausgelöst hat.
Das war auch gut so, denn dieses Buch war mir teilweise schon zu spannend, es gab eine Menge Gefahr, sich überstürzende Ereignisse, viele Geheimnisse und noch mehr Fragen. Darüber hinaus aber auch eine zarte Liebe, tiefe Gemeinschaft und eine Verbundenheit, die ihresgleichen sucht.
Es war spannend, mit Paul, Fynn und Emilia auf Spurensuche zu gehen und gleichzeitig die gefährlichen Erlebnisse mit Trixie und Team mitzuerleben.
Es war ein lesenswerter und guter Roman, auch wenn ich persönlich mit dem Ende – sowohl im historischen als auch im zeitgenössischen Teil – nicht ganz glücklich war. Irgendwie hatte ich es mir anders vorgestellt, denn so ging es mir fast etwas zu gut aus. Trotzdem, ich mochte das Buch und empfehle es gerne weiter.
Im Übrigen ist auch das Nachwort lesenswert, denn dort wird aufgeführt, welche Teile der Geschichte auf wahren Begebenheiten beruhen, welche historischen Persönlichkeiten ihren Platz in der Geschichte gefunden haben und was frei erfunden ist. Zum Abschluss gibt es noch ein Glossar, welches ich persönlich gerne nutze und wichtig finde.
Zum Schluss möchte ich nur noch sagen, dass ich diesen Roman gerne gelesen habe und erneut von Elisabeth Büchles Erzählkunst begeistert bin.