Deine Stimme im Wind
Nach „Das Lied der Segel“ ist nun auch der zweite Band der Reihe erschienen und ich habe ihn voller Spannung gelesen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Lilly und Jack weitergeht und ob am Ende doch noch alles gut wird.
Der erste Teil hat mir sehr gut gefallen und obwohl es schon eine Weile her war, dass ich ihn gelesen habe, fiel mir der Einstieg hier wunderbar leicht. Trotzdem sollte man den Vorgänger kennen, um die Geschichte wirklich genießen zu können. Und wenn man schon dabei ist, kann man vielleicht auch gleich noch „Hinter dem Schleier“ besorgen.
Jonah hat entgegen meiner Hoffnung zwar nur einen kleinen Part bekommen, trotzdem habe ich mich über seine schöne Geschichte gefreut.
Lilly und Jack dagegen erleben turbulente, aufregende und teils gewaltvolle Tage. Mir persönlich war das stellenweise etwas zu viel. Die Ereignisse haben sich teilweise überschlagen und es blieb kaum Zeit zum Luftholen. Ich hätte mir mehr ruhige Momente gewünscht, in denen auch einmal die leisen und sanften Dinge Raum bekommen. Es gab kaum Augenblicke ohne „Kampf“. Mal fand dieser ganz praktisch statt, mal spielte er sich im Inneren ab, in langen Gesprächen, Gedankengängen und innerem Aufruhr. Obwohl ich das interessant fand, hat es mich teilweise etwas ermüdet.
Lilly wächst dabei über sich hinaus und auch Jack macht Erfahrungen, die ihn weiterbringen. Es geht um Versöhnung, Vergebung, Frieden und Neuanfänge. All das ist bildhaft und fesselnd erzählt, sodass es leichtfällt, sich in die einzelnen Charaktere hineinzuversetzen.
Besonders schön fand ich die Botschaft, dass Gott uns Schuld vollkommen vergibt und wir diese Vergebung annehmen dürfen. Wir müssen uns nicht länger mit bereits vergebener Schuld quälen, sondern dürfen Frieden finden. Außerdem wird deutlich, dass Hilfe manchmal von ganz unerwarteter Seite kommt und wir sie trotzdem dankbar annehmen dürfen.
Der Glaube an Gott hat in diesem Roman einen besonderen Platz. Er zeigt sich in ausführlichen Gedankengängen und Gesprächen, durch die Gottes Gnade und Größe immer wieder deutlich werden.
Alles in allem hat mir der Roman gut gefallen, auch wenn er für mich nicht ganz an den ersten Band herankommt.
„Deine Stimme im Wind“ erzählt nicht mehr von Piraterie, sondern von inneren Kämpfen, verschwundenen Dokumenten, einer Liebe, die vieles überwindet, und von Vergebung, die Freiheit schenkt.