Das Wagnis der Wäscherin

"Das Wagnis der Wäscherin" ist mein erstes Buch von Christine Hill Suntz, aber definitiv nicht mein letztes (ich hoffe, es werden noch einige übersetzt). Es hatte vor allem zu Beginn eine enorme Sogwirkung auf mich.
Kaum angefangen, bin ich versunken und musste mich zwingen, das Buch nach der Hälfte aus der Hand zu legen. Anschließend wieder reinzukommen, fiel mir etwas schwerer. Es gab Passagen, die mich trotz der Spannung nicht mehr ganz fesseln konnten, und doch habe ich den zweiten Teil ebenfalls in einem Rutsch durchgelesen und mag das Buch sehr gerne.

Es ist eine tolle Geschichte, warmherzig, intensiv, mit einigen Überraschungen, wenn auch mit einem vorhersehbaren Ende. Doch der Weg dorthin war turbulent und aufregend, und nicht alles habe ich kommen sehen, ja, in einem Punkt war ich auf dem falschen Weg. Dadurch blieb die Geschichte grundsätzlich interessant, und ich habe sowohl Sara als auch Evie und ihren Vater gerne kennengelernt und begleitet.

Dabei geht es um Armut, Standesunterschiede, Machtmissbrauch, Herzlichkeit, Vergebung, Neuanfänge und Glück.
Die Charaktere waren realistisch und liebenswert beschrieben und vor allem Sara und James machen eine große Entwicklung durch. Mir hat gefallen, wie sie sich reflektiert haben und bereit waren, ihren Stolz über Bord zu werfen, um das Richtige zu tun.

Meine Lieblinge waren allerdings Großmutter O'Conner und Mrs. Hobbes. Ich mochte ihre Aussagen, ihre Weisheit und ihre herzliche Liebe dem Nächsten gegenüber. Sie sahen oft tiefer und wussten, wann es zu sprechen galt.

Dieses Buch ging mir tief ins Herz und beim Lesen habe ich den Schmerz gespürt, die Emotionen allesamt durchlebt und bin der stillen Sehnsucht nach einem friedlichen Leben gefolgt.

Am Ende habe ich das Buch mit einem wohligen Gefühl und einem Lächeln auf den Lippen geschlossen und kann sagen: Dieses Buch ist lesenswert und schenkt tolle und intensive Unterhaltung.

Es ist eine Geschichte, die aus dem Herzen kommt und zu Herzen geht – eine Geschichte, die das Potenzial zur Lieblingsgeschichte hat und im Herzen bleibt.

Meine Bewertung
gut
Informationen zum Buch
Das Wagnis der Wäscherin
Christine Hill Suntz
Silvia Lutz
Softcover
352
2026
Francke-Buch
Toronto, 1837: Sara O'Connor ist froh, eine Anstellung als Wäscherin ergattert zu haben. Damit ist nicht nur ihr Überleben gesichert, sondern auch das ihrer Großmutter. Doch die Arbeit ist hart und es fällt Sara schwer, die gewünschte Unterwürfigkeit an den Tag zu legen. Ihr einziger Lichtblick ist die mutterlose Evie, die immer wieder ihre Nähe sucht. Als die Kleine in einen Konflikt mit ihrer Gouvernante gerät, setzt Sara sich wider besseres Wissen für sie ein – und wird entlassen. James Kinney, ein geachteter Anwalt, ringt seit dem frühen Tod seiner Frau damit, seiner Tochter Evie ein guter Vater zu sein. Durch sie begegnet er der Wäscherin Sara – einer ungewöhnlichen Frau, die sein bisheriges Weltbild völlig auf den Kopf stellt. Sie spricht Französisch, rezitiert Gedichte und verfügt über Heilwissen. Trotzdem ist sie wohl kaum der richtige Umgang für seine Tochter! Doch als Evie schwer erkrankt und immer wieder nach Sara ruft, bleibt James keine Wahl. Er muss Sara ausfindig machen. Währenddessen wird er tiefer und tiefer in die politischen Unruhen der Stadt hineingezogen ...
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